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Maßschuhherstellung

Das Geheimnis der Herstellung von Maßschuhen beginnt lange vor dem ersten Zuschnitt oder Stich. Nachdem der Kunde das Leder und das Modell mit uns abgestimmt hat (Abb.1), wird der Fuß präzise auf den Millimeter genau vermessen (Abb.2).
Die Blaupause des Fußabdrucks wird von uns auf eventuelle Überlastungserscheinungen des Fußes überprüft. Diese Erkenntnisse werden dann in dem Fußbett, das wir in den Buche-Maßleisten fräsen, umgesetzt. Die Maße, welche man mit dem Maßband an verschiedenen Messpunkten genommen hat, werden in eine funktionelle Passform umgesetzt (Abb.3), wobei größter Wert auf die Formsprache des Schuhträgers gelegt wird. Es werden dann über den Leisten mehrere Probeschuhe gebaut. Mit dem letzten Probeschuh geht der Kunde 14 Tage. Wir schneiden dann den Probeschuh auf und erkennen so, wo der Leisten nochmal verbessert werden muss.

Abb.1
   
Abb.2 Abb.3
   

Wenn der Leisten perfekt in Passform gebracht worden ist, wird das Futter und Oberleder (Abb.4) zugeschnitten. Je nach Modell wird das Oberleder noch mit Lochmustern versehen (Abb.5) und am Rand gezackt. Dies ist ein sehr aufwändiger und wichtiger Arbeitsschritt. Man muss sehr viel Erfahrung beim Zuschnitt haben, um die Zugrichtungen des Leders in Einklang mit dem Schuh zu bringen.

Die Einzelteile werden dann zum Schaft zusammen genäht (Abb.6).

  Abb.4
Abb.5 Abb.6
   
Um den Schaft später zu befestigen, benötigt man die Brandsohle. Diese ist aus dem Hals von Rindern und ca. 4 mm stark um die Risslippe optimal aus der Brandsohle herausarbeiten zu können. In den Grund der Risslippe werden feine Kanäle zur Aufnahme der Einstecknaht vorgestochen (Abb.7). Bevor man den Schaft über den Leisten arbeitet, werden die Vorder- und Hinterkappe in den Schaft eingelegt. Diese sind aus 2,5 mm starkem Hals und werden nass verarbeitet (Abb.8)
   
Abb.7 Abb.8
   
Der so gebildete Schaft wird über den Leisten gezwickt (Abb.9). Sorgfältig wird Falte für Falte über die Leistenkante geholt. Der Rahmen ist ein besonders starker Lederstreifen. Er wird durch die Einstechnaht mit der Brandsohle vernäht. Mit einer Ahle wird durch die Kanäle in der Risslippe durch das Oberleder mit den Kappen und dem Futter und durch den Rahmen vorgestochen und ein sogenannter Pechdraht durchgezogen (Abb.10).
   
Abb.9 Abb.10
   
Das ist die alles entscheidende Einstechnaht. Sie gibt dem Schuh eine unvergleichliche Haltbarkeit und macht ihn äußerst strapazierfähig. Auf der Unterseite der Brandsohle und innerhalb der hochgestellten Risslippe wird Korkschrot aufgetragen. Das sorgt für gute Isolation und optimales Fußklima. Um den Schuh später im Gelenk stabil genug zu haben wird ein kräftiger Federstahl in die Korkschicht eingebaut (Abb.11). Die Laufsohle oder Zwischensohle wird aufgedoppelt, das heißt an dem Rahmen festgenäht.
  Abb.11
   
Abb.12 Abb.13
Der Absatz wird Schicht für Schicht Aus Leder aufgebaut und zur besseren Haltbarkeit mit Holznägeln verfestigt. Diese quellen bei Feuchtigkeit auf und machen so die Verbindungen noch haltbarer (Abb.13). Nachdem alle Sohlen und Absatzschichten aufgebaut sind, wird der Boden des Schuhs in Form geschliffen und mit der passenden Sohlenfarbe eingefärbt (Abb.14). Nachdem die Sohlenfarbe getrocknet ist, wird auf der ganzen Sohlenaußenseite Wachs aufgetragen, der dann durch ein heißes Brenneisen in die Poren der Sohle eingebrannt wird. Dies schließt die Poren und wirkt wasserabweisend (Abb.15). Um die Sohle zu verschönern werden im Gelenk des Schuhes kleine Messingnägel geschlagen, die aber nur eine Zierfunktion haben.
   
Abb.14 Abb.15
   

Nach ca. 20 Arbeitsstunden ist dann ein Paar Maßschuhe fertiggestellt, die nur einem Menschen perfekt passen.

Aber auch Maßschuhe müssen eingelaufen werden und das ungefähr drei Wochen lang. Dann wollen Sie jedoch nichts anderes mehr an den Füßen haben.

  Abb.16